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Systemanforderungen und Kapazitätsplanung ​

Ca. 10 Min. Lesezeit

Diese Seite beschreibt die Anforderungen des 2WinScada-Servers an Betriebssystem, Hardware, Software und Netzwerk sowie die Auswahl der Hardware nach Projektgröße.

Betriebssystem ​

Setup läuft nur unter 64-Bit-Windows (x64). Vor Beginn der Installation prüft Setup die Windows-Version, die Buildnummer und den Supportzeitraum des Herstellers; bei einer Version, die nicht in der Liste steht oder deren Support abgelaufen ist, starten Installation, Upgrade und Reparatur nicht. ARM64, 32-Bit-Windows und Windows Server Core / Nano Server werden nicht unterstützt.

Windows-VersionVon Setup akzeptiertes Supportende
Windows 11 Pro / Pro N 25H212.10.2027
Windows 11 Pro / Pro N 26H114.03.2028
Windows 11 Pro / Pro N 26H210.10.2028
Windows 11 Enterprise / Enterprise N 23H210.11.2026
Windows 11 Enterprise / Enterprise N 24H212.10.2027
Windows 11 Enterprise / Enterprise N 25H210.10.2028
Windows 11 Enterprise / Enterprise N 26H113.03.2029
Windows 11 Enterprise / Enterprise N 26H209.10.2029
Windows 11 Enterprise LTSC 202409.10.2029
Windows 10 Enterprise LTSC 201909.01.2029
Windows 10 Enterprise LTSC 202112.01.2027
Windows 10 IoT Enterprise LTSC 202113.01.2032
Windows Server 2019 Standard / Datacenter (Desktopdarstellung)09.01.2029
Windows Server 2022 Standard / Datacenter (Desktopdarstellung)14.10.2031
Windows Server 2025 Standard / Datacenter (Desktopdarstellung)14.11.2034

Windows 10 Pro / Pro N 22H2 wird zur Kompatibilität mit bestehenden Standorten akzeptiert; für Neuinstallationen wird eine unterstützte Version empfohlen.

INFO

Die Liste wird mit dem Installationspaket geliefert und kann in neuen Versionen aktualisiert werden. Ob ein Computer geeignet ist, prüft Setup vor den ersten Seiten; ist er nicht geeignet, zeigt Setup den Grund an.

Hardware ​

VerwendungMindest-RAMHinweis
Komplettinstallation: SQL Server, Archivdatenbank (QuestDB), IIS und 2WinScada-Dienste auf demselben Computer8 GB8 GB nur mit der Voreinstellung Panel-PC und bei kleinen Projekten. Servergrößen finden Sie in der Kapazitätstabelle.
Kiosk-Client, der nur einen 2WinScada-Server anzeigt4 GBAuf diesem Computer wird 2WinScada nicht installiert.
Computer mit 2 GB RAM—Für den 2WinScada-Stack nicht unterstützt; höchstens als Browser, der einen Server anzeigt.

Wird auf einem Computer mit weniger als 8 GB RAM ein lokaler SQL Server oder eine lokale QuestDB gewählt, fragt Setup vor dem Fortfahren nach einer Bestätigung.

Speicherplatz ​

  • Setup entpackt den Installationsinhalt auf das Systemlaufwerk. Auf dem Systemlaufwerk wird freier Speicher in Höhe der Paketgröße zuzüglich 1 GB benötigt.
  • Wenn ein lokaler SQL Server 2025 Express installiert wird, sind auf dem Systemlaufwerk zusätzlich mindestens 6 GB freier Speicher erforderlich.
  • Bei Upgrade und Reparatur sichert Setup die Datenbank in das SQL-Sicherungsverzeichnis. Dort muss freier Speicher in Höhe der reservierten Größe der Datenbank zuzüglich 1 GB vorhanden sein.
  • Der Platzbedarf der Archivdaten hängt von der Projektgröße ab. Siehe Speicherplatz und Aufbewahrungsdauer.

Software ​

Von Setup installierte Komponenten ​

Die folgenden Komponenten sind im Installationspaket enthalten und werden von Setup installiert, falls sie fehlen:

  • IIS und die benötigten IIS-Module (URL Rewrite, Application Request Routing, CORS),
  • .NET-10-Laufzeitumgebung und ASP.NET-Core-Laufzeitumgebung,
  • optional ein lokaler SQL Server 2025 Express,
  • optional eine lokale QuestDB.

Ist bereits eine kompatible .NET-Version installiert, wird sie nicht erneut installiert.

SQL Server ​

  • Neue lokale Installation: Setup installiert SQL Server 2025 Express mit Windows-Authentifizierung. Der Instanzname wird im Assistenten gewählt; Standardwert ist SQLEXPRESS (Servername localhost\SQLEXPRESS). Auch der Datenordner, in den die Datenbankdateien geschrieben werden, kann im Assistenten gewählt werden, zum Beispiel ein vom Betriebssystemdatenträger getrenntes Laufwerk D:. SQL Server 2025 Express erlaubt 50 GB pro Datenbank.
  • Vorhandener Server: Eine vorhandene SQL-Server-Instanz (zum Beispiel SQL Server 2022 oder 2025) wird unverändert verwendet. Setup führt bei Upgrade oder Reparatur niemals ein Upgrade einer vorhandenen Instanz durch. Der Wechsel von SQL Server 2022 Express auf 2025 ist eine separate Wartungsaufgabe, die nach einer Vollsicherung von Hand durchgeführt wird.
  • Remote-Server: Für einen entfernten SQL Server sind ein eigenes Anwendungskonto und ein Passwort erforderlich. Verwenden Sie statt Named Pipes oder eines Client-Alias den expliziten Servernamen, Instanznamen und Port.

Sicherungen von SQL Server 2025

Die Sicherung einer Datenbank, die in SQL Server 2025 erstellt oder auf 2025 aktualisiert wurde, kann nicht in SQL Server 2022 wiederhergestellt werden.

QuestDB ​

Wird eine lokale QuestDB installiert, schlägt Setup anhand des RAM des Computers ein Speicherprofil vor. Das Profil kann geändert werden. Einzelheiten: QuestDB-Speicherprofil.

Berechtigungen ​

  • Setup muss mit einem Konto aus der lokalen Gruppe Administratoren über Als Administrator ausführen gestartet werden.
  • Wird ein vorhandener SQL Server verwendet, muss das Installationskonto Datenbanken und Anmeldungen (Logins) erstellen dürfen. Das Anwendungskonto ist vom Installationskonto getrennt; Setup erteilt dem Anwendungskonto nur die Lese-, Schreib- und Ausführungsrechte, die 2WinScada für den Betrieb benötigt, und dem Haupt-API-Dienst zusätzlich ein begrenztes Recht für die Wiederherstellung von Konfigurationssicherungen.
  • Damit bei Upgrade und Reparatur die SQL-Sicherung erstellt werden kann, muss das SQL-Sicherungsverzeichnis ein absoluter lokaler Datenträgerpfad auf dem SQL-Server sein, in den das Dienstkonto von SQL Server schreiben kann (zum Beispiel D:\2WinScadaBackups). Eine Netzwerkfreigabe (UNC-Pfad) wird nicht akzeptiert. Für die Prüfung des freien Speichers benötigt das Installationskonto ab SQL Server 2022 die Berechtigung VIEW SERVER PERFORMANCE STATE, bei SQL Server 2017 CU1 bis 2019 die Berechtigung VIEW SERVER STATE (oder die Rolle sysadmin).

Regeln für Pfade und Namen ​

  • Wenn eine lokale QuestDB installiert wird, verwenden Sie im Installationsverzeichnis nur ASCII-Zeichen (zum Beispiel den Standardwert C:\Program Files\Turkuvaz Inovasyon); verwenden Sie keine türkischen Sonderzeichen.
  • Der Datenordner von QuestDB muss aus ASCII-Zeichen bestehen und darf keine Leerzeichen enthalten (zum Beispiel E:\2WinScada\QuestDbData).
  • Der Name der SQL-Datenbank muss 1–128 Zeichen lang sein und darf nur englische Buchstaben, Ziffern und Unterstriche (_) enthalten. Leerzeichen, Bindestriche und türkische Sonderzeichen sind nicht zulässig; master, model, msdb und tempdb können nicht verwendet werden.

Netzwerk und Ports ​

PortVerwendungVon außen erreichbar?
TCP 443Weboberfläche (HTTPS), API und Live-DatenverbindungJa
TCP 80Weboberfläche (HTTP) oder Umleitung auf HTTPSOptional
TCP 7100Haupt-API-Dienst (wird über IIS genutzt)Nein
TCP 7102 / 7103Notification- / RecordDevice-DienstNein
TCP 7106 / 7107MQTT Publisher / MCP ServerNein
TCP 9000, 9003, 8812, 9009QuestDB (HTTP, Health, PGWire, ILP)Nein
TCP 1433, UDP/TCP 1434SQL Server und SQL Server BrowserNein

Bei Neuinstallationen werden Weboberfläche, API und Live-Datenverbindung über dieselbe Adresse und denselben Port veröffentlicht; Browser benötigen nur Zugriff auf den Webport. Prüfen Sie bei Installationen, die von älteren Versionen aktualisiert wurden, die IIS-Konfiguration mit der Erreichbarkeitsprüfung. Läuft SQL Server oder QuestDB auf einem anderen Computer, muss der 2WinScada-Server diese Ports erreichen können.

Die Ports können während des Setups geändert werden; geänderte Ports dürfen sich nicht überschneiden. Zur Veröffentlichung des Servers im Internet siehe Internet- und Netzwerkzugang.

Kapazitätsplanung ​

Die folgenden Werte sind Planungswerte für einen einzelnen Server (2WinScada-Dienste und QuestDB auf demselben Computer); sie sind keine Service-Level-Zusage. Die von der Lizenz gewährten Geräte- und Tag-Kontingente sind ein eigenes Thema; diese Seite beschreibt nur die technische Kapazität.

Kurzantwort ​

  • Empfohlener Bereich: höchstens 10.000 Live-Tags, höchstens 8.000 archivierte Tags, insgesamt höchstens 250 Archivzeilen pro Sekunde, höchstens 2.000 tatsächliche Tag-Änderungen pro Sekunde und höchstens 100 gleichzeitige Benutzer (4 Kerne, 24 GB RAM).
  • Bedingter Bereich: 10.000–20.000 Live-Tags, 8.000–10.000 Archiv-Tags, 250–500 Zeilen pro Sekunde. In diesem Bereich sind ein projektspezifischer Lasttest und mindestens 32 GB RAM erforderlich.
  • Außerhalb des Umfangs: Mehr als 20.000 Live-Tags, redundanter Betrieb (Hot-Standby) und Verteilung auf mehrere Server sind nicht Gegenstand dieses Handbuchs; wenden Sie sich bei solchen Projekten an das 2WinScada-Team. Planen Sie bei Installationen mit einem einzelnen Server USV, Überwachung und regelmäßige Sicherungen für die Verfügbarkeit von Server, SQL Server und QuestDB ein.

Hardwarestufen ​

StufeLive-TagsArchiv-TagsArchivzeilen/sBenutzerCPURAMDatenträgerQuestDB-Profil
Panel-PC 8 GB (Komplettinstallation)≤ 1.500≤ 500≤ 50 (Periode ≥ 10 s)≤ 52–4 Kerne8 GBIndustrie-SSD ≥ 128 GB4 GB
Klein≤ 2.000≤ 1.000≤ 100≤ 254 Kerne16 GBSSD ≥ 250 GB16 GB
Referenz (empfohlener Bereich)≤ 10.000≤ 8.000≤ 250≤ 1004 Kerne24 GBSSD/NVMe 500 GB – 1 TB16 GB
Bedingt10.000 – 20.0008.000 – 10.000250 – 500100 – 1508 Kerne32 GBNVMe 1 – 2 TB32 GB
Nicht unterstützt> 20.000> 10.000> 500> 150————
  • Die Werte der Stufe „Klein“ und des Panel-PCs sind Planungswerte. Führen Sie bei Panel-PC-Projekten vor der Inbetriebnahme eine Messung von mindestens 72 Stunden auf der Zielhardware durch.
  • Läuft SQL Server auf demselben Computer, planen Sie dessen Speicheranteil zusätzlich zur Tabelle ein.
  • Auf dem Computer müssen immer mindestens 6 GB oder 25 % des gesamten RAM frei bleiben (der größere Wert gilt). Diese Regel gilt nicht für die Panel-PC-Stufe; dort muss die Messung zeigen, dass keine dauerhafte Auslagerung stattfindet.
  • Die Grenzen für Live-Tags gelten unter der Annahme, dass die mittlere Aktualisierungsperiode der Tags mindestens 1 Sekunde beträgt und die Benutzer nicht alle Tags gleichzeitig abonnieren. Mehr RAM allein hebt die Grenze für Benutzer oder Archiv-Tags nicht auf.

Archivlast ​

Die Zahl der Archiv-Tags ist nicht nur durch die Schreibrate begrenzt, sondern auch durch die Anzahl der Archivdefinitionen; in der folgenden Tabelle ist diese Grenze als „Tabellengrenze“ angegeben.

Die gesamte Archivlast wird wie folgt berechnet:

Zeilen/s = Σ (1 / Archivperiode in s) + Anzahl der änderungsabhängigen Einträge pro Sekunde

ArchivperiodeTags bei 250 Zeilen/sTags bei 500 Zeilen/s
1 s250500
5 s1.2502.500
10 s2.5005.000
30 s7.50010.000 (Tabellengrenze)
60 s8.000 (Tabellengrenze)10.000 (Tabellengrenze)

Wählen Sie die Archivperiode nach dem Bedarf des Prozesses; werden alle Tags im Sekundentakt archiviert, ist der empfohlene Bereich schnell überschritten. Verwenden Sie bei verrauschten Analogwerten die Totband-Einstellung (Deadband), sofern das Kommunikationsprotokoll sie unterstützt.

Ist QuestDB nicht erreichbar, werden die Archivzeilen für begrenzte Zeit im Speicher gehalten. Bei längeren Ausfällen oder einem Neustart des Dienstes können diese Zeilen verloren gehen; überwachen Sie den QuestDB-Dienst und beheben Sie Ausfälle zügig.

Speicherplatz und Aufbewahrungsdauer ​

Tage ≈ Datenträger-GB × 0,8 × 10⁹ / (Zeilen/s × 86.400 × 64–128 Byte)

250 Zeilen pro Sekunde erzeugen pro Kalendertag etwa 1,4–2,8 GB Daten; ein Datenträger mit 1 TB reicht für etwa 290–580 Tage. Ein größerer Datenträger erhöht nicht die Schreibrate, sondern die Aufbewahrungsdauer; für intensive Archivierung und Abfragen werden NVMe-Datenträger empfohlen. Die Aufbewahrungsdauer wird in den Archivdefinitionen in Monaten festgelegt.

Berücksichtigen Sie im Speicherplan auch die Protokolldateien: Die Protokolle von QuestDB belegen je nach Profil höchstens 200–500 MB, die Protokolle jedes 2WinScada-Dienstes höchstens 750 MB (15 Dateien × 50 MB, 15 Tage).

QuestDB-Speicherprofil ​

Setup schlägt für eine lokale QuestDB anhand des RAM des Computers eines der folgenden Profile vor:

ProfilEmpfohlen bei RAMGrenze für QuestDB-DatenspeicherGrenze pro Abfrage
4 GB Systemspeicherunter 8 GB; Voreinstellung Panel-PC1 GB256 MB
8 GB Systemspeicher8–15 GB60 % des RAM512 MB
16 GB Systemspeicher16–31 GB70 % des RAM1 GB
32 GB oder mehr Systemspeicher32 GB und mehr75 % des RAMUnbegrenzt
  • Zusätzlich zu dieser Grenze verwendet QuestDB Java-Speicher; der Java-Speicher beträgt höchstens ein Viertel des RAM. Planen Sie beim 4-GB-Profil für QuestDB insgesamt etwa 2 GB ein.
  • Bei kleinen Profilen laufen langfristige Trend- und Berichtsabfragen langsamer und brechen mit einem Fehler ab, wenn sie die Grenze pro Abfrage überschreiten.
  • Das alte 2-GB-Profil wird nicht mehr angeboten. Ein mit diesem Profil installiertes System behält sein Profil bei Upgrade und Reparatur; ein Wechsel auf das 4-GB-Profil wird empfohlen.
  • Das Profil legt bei der Erstinstallation die QuestDB-Einstellungen fest. Upgrade und Reparatur ändern die vorhandenen Speichereinstellungen von QuestDB nicht; eine Profiländerung ist eine separate Wartungsaufgabe.

Vor Ort zu messende Werte ​

Überwachen Sie bei der Inbetriebnahme und nach jeder größeren Projektänderung mindestens 24 Stunden lang:

  1. Anzahl der Kanäle, Geräte und Live-Tags je Kommunikationsprotokoll; Anzahl der Archivdefinitionen und Verteilung der Perioden; Anzahl der Alarme.
  2. Den berechneten Wert der Archivzeilen pro Sekunde und das tatsächliche Wachstum des QuestDB-Datenträgers über 7 Tage.
  3. Mittel- und Spitzenwerte der CPU gesamt, für den 2WinScada-Dienst und für QuestDB; den niedrigsten freien RAM. Die CPU-Last insgesamt muss dauerhaft unter 60 % bleiben.
  4. Die Anzahl der gleichzeitigen Benutzer und die Anzahl der Tags auf den aufwendigsten Bildschirmen.
  5. Bei abfragenden Kommunikationsprotokollen (Polling) die Abfrageperiode und die tatsächliche Antwortzeit des Geräts.

Liegen die Ergebnisse außerhalb des empfohlenen Bereichs, bewerten Sie Hardware, Archivperioden oder Projektumfang neu.

2WinScada 2.10