Alarme
Ein Alarm ist ein Eintrag, der die Bedienperson warnt, wenn der Wert eines Tags eine definierte Bedingung erfüllt. Diese Seite erklärt, wie ein Alarm entsteht, welche Zustände er durchläuft und wen er erreicht. Die Schritte zur Definition finden Sie auf der Seite Alarmdefinitionen, die Bedienung des Alarmbildschirms auf den Seiten Rundgang durch die Oberfläche und Alarmverlauf.
Alarmdefinition
Jede Alarmdefinition gehört zu einem Tag. Ein Tag kann mehrere Alarmdefinitionen haben. Eine Definition besteht aus folgenden Teilen:
- Vergleichsoperator und Vergleichswert: die Bedingung selbst, zum Beispiel „Wert > 80“.
- Bitnummer: Ist das Feld ausgefüllt, wird die Bedingung nur auf dieses Bit des Tag-Werts angewendet; ist das Bit 1, gilt der Wert 1, ist es 0, gilt der Wert 0.
- Aktive Toleranz, Passive Toleranz und Verzögerungszeit: Einstellungen, die verhindern, dass der Alarm unnötig entsteht und endet.
- Typ (Alarmtyp).
Die Bedingung wird bei jeder Änderung des Tag-Werts neu ausgewertet. Für Text-Tags (String) werden keine Alarme ausgewertet.
Alarmtypen
Der Alarmtyp (Feld Typ) hat einen von drei Werten: FEHLER, WARNUNG oder ALARM. Der Typ ändert nichts an der Auswertung des Alarms:
- In der Tabelle der aktiven Alarme und im Alarmverlauf werden die Zeilen je nach Typ und Zustand in unterschiedlichen Farben dargestellt.
- Der Betreff der E-Mail-Benachrichtigung lautet beim Typ WARNUNG „2Win Scada Uyarı“, bei den anderen Typen „2Win Scada Hata“.
Toleranz
Damit ein Alarm nicht ständig entsteht und endet, wenn der Wert um den Grenzwert schwankt, werden zwei Toleranzen verwendet. Der Alarm entsteht, wenn der Wert den Grenzwert um die Aktive Toleranz überschreitet, und endet, wenn der Wert um die Passive Toleranz zurückgeht. Zwischen den beiden Grenzen behält der Alarm seinen vorherigen Zustand.
| Operator | Alarm entsteht | Alarm endet |
|---|---|---|
| Größer (>) | Wert > Grenzwert + aktive Toleranz | Wert ≤ Grenzwert − passive Toleranz |
| Größer gleich (>=) | Wert ≥ Grenzwert + aktive Toleranz | Wert < Grenzwert − passive Toleranz |
| Kleiner (<) | Wert < Grenzwert − aktive Toleranz | Wert ≥ Grenzwert + passive Toleranz |
| Kleiner gleich (<=) | Wert ≤ Grenzwert − aktive Toleranz | Wert > Grenzwert + passive Toleranz |
| Gleich (=), Ungleich (!=) | Wenn die Bedingung erfüllt ist | Wenn die Bedingung nicht erfüllt ist; Toleranzen werden nicht verwendet |
| Nicht geändert | Differenz zum vorherigen Wert ≤ aktive Toleranz; auch wenn sich der Wert gar nicht ändert, wird etwa alle 10 Sekunden erneut geprüft. Bis der erste echte Wert gelesen ist, wird nicht ausgewertet (siehe Verzögerung). | Differenz > passive Toleranz |
Beispiel: Ein Alarm „größer“ mit Grenzwert 80, aktiver Toleranz 2 und passiver Toleranz 5 entsteht, wenn der Wert 82 überschreitet, und endet, wenn der Wert auf 75 oder darunter fällt.
Verzögerung
Ist die Verzögerungszeit größer als null, wird bei einer Änderung des Tag-Werts nicht sofort über den Alarm entschieden. Das System wartet die Verzögerungszeit ab und lässt den Alarm am Ende abhängig vom letzten Zustand der Bedingung entstehen oder enden. So erzeugen Schwankungen, die kürzer als die Verzögerung sind, keinen Alarm. Die Verzögerung gilt sowohl für das Entstehen als auch für das Ende des Alarms; nur Alarme mit dem Operator Nicht geändert enden ohne Wartezeit, sobald die Bedingung nicht mehr besteht.
Bei Alarmen mit dem Operator Nicht geändert wird die Verzögerung ab dem ersten echten Wert gezählt, der nach dem Start des Dienstes, nach dem erneuten Laden des Geräts oder nach dem Aktualisieren der Alarmdefinition und dem Verschieben auf ein anderes Tag gelesen wird. Wurde noch nie ein Wert aus dem Tag gelesen, entsteht kein Alarm. Bricht die Verbindung ab, bleibt der letzte Wert eingefroren, und der Alarm entsteht am Ende der Verzögerung trotzdem.
Lebenszyklus
Ein Alarm befindet sich in einem von vier Zuständen, die sich aus dem Zustand der Bedingung und der Quittierung durch die Bedienperson ergeben:
| Zustand | Bedingung | Quittierung | In der Tabelle der aktiven Alarme |
|---|---|---|---|
| Neu | Erfüllt | Nein | Sichtbar; Ton wird abgespielt |
| Quittiert | Erfüllt | Ja | Sichtbar |
| Rücksetzen ausstehend | Nicht mehr erfüllt | Nein | Sichtbar; Ton wird abgespielt |
| Geschlossen | Nicht mehr erfüllt | Ja | Nicht sichtbar |
Übergänge:
- Die Bedingung ist erfüllt (gegebenenfalls nach der Verzögerung): Der Alarm wechselt in den Zustand Neu.
- Die Bedienperson quittiert den Alarm: Der Alarm wechselt in den Zustand Quittiert. Besteht die Bedingung danach nicht mehr, wechselt er in den Zustand Geschlossen.
- Die Bedingung besteht nicht mehr, bevor der Alarm quittiert wurde: Der Alarm wechselt in den Zustand Rücksetzen ausstehend. Er bleibt in der Tabelle, damit die Bedienperson ihn nicht übersieht. Mit der Quittierung wechselt er in den Zustand Geschlossen.
- Ist die Bedingung erneut erfüllt, wechselt der Alarm wieder in den Zustand Neu und muss erneut quittiert werden.
Vorgänge der Bedienperson
Im Fenster der aktiven Alarme stehen folgende Vorgänge zur Verfügung:
| Vorgang | Wirkung |
|---|---|
| Quittieren (Symbolleiste) | Quittiert alle Alarme der Liste. Ein einzelner Alarm wird mit dem Schalter Quittieren in seiner Zeile quittiert; der quittierende Benutzer erscheint in der Tabelle in der Spalte Quittiert von. Die Quittierung schließt einen Alarm mit ausstehendem Rücksetzen direkt. |
| Sperren | Setzt alle ausgewählten Alarme auf denselben Sperrzustand: Ist mindestens ein ausgewählter Alarm nicht gesperrt, werden alle ausgewählten Alarme gesperrt; sind alle ausgewählten Alarme bereits gesperrt, wird bei allen die Sperre aufgehoben (siehe Sperre). Ist kein Alarm ausgewählt, erscheint die Meldung Es ist kein Element ausgewählt!. Ein ausgewählter Alarm bleibt ausgewählt, wenn er aktualisiert wird; ein Alarm, der aus der Liste fällt, wird aus der Auswahl entfernt. |
| Ton stumm schalten | Schaltet den Alarmton in diesem Browser aus oder ein (siehe Ton). |
Zum Quittieren und Sperren benötigt der Benutzer die Rolle UserAdministrator, Operate, Editor oder AlarmManagement. Der Benutzer kann nur Alarme bearbeiten, die er sehen darf; welche Alarme sichtbar sind, erklärt die Seite Prozessgruppen und Berechtigungen.
Bei einem Verbindungsausfall
Bricht die Live-Datenverbindung zum Server ab, wird die Alarmliste nicht geleert, und die Alarmanzahl fällt nicht auf 0. Ab 2.10.1 bleiben die zuletzt bekannten Alarme auf dem Bildschirm, sind aber nicht aktuell:
- In der Symbolleiste des Fensters der aktiven Alarme erscheint der Hinweis Alarmliste nicht aktuell. Die Alarmanzahl in der oberen Leiste wird blass angezeigt; beim Darüberfahren erscheint derselbe Hinweis.
- Widgets, die an die System-Tags der Alarmzusammenfassung gebunden sind (z. B. die Anzahl aktiver Alarme), werden ebenfalls aus den zuletzt bekannten Alarmen berechnet.
- Ohne Verbindung können Alarme weder quittiert noch gesperrt werden. Quittieren und Sperren zeigen nur die Warnung Alarm nicht quittiert: keine SCADA-Verbindung. bzw. Alarmsperre nicht geändert: keine SCADA-Verbindung.; der Alarm erscheint nicht als quittiert oder gesperrt.
Sobald die Verbindung wiederhergestellt ist, wird die Liste in einem Schritt durch die aktuelle Liste der aktiven Alarme ersetzt, die der Server sendet, und der Hinweis verschwindet. Während des Ausfalls ausgelöste Alarme kommen hinzu; während des Ausfalls beendete Alarme fallen aus der Liste.
Wird der Ausfall durch einen Neustart des Serverdienstes verursacht, wertet der Server die Alarme nach dem Ende seines Starts neu aus. Dauert der Start nach dem erneuten Verbinden des Bildschirms länger als 15 Sekunden, können die auf dem Bildschirm gehaltenen Alarme aus der Liste fallen; die Liste und die Alarmanzahl können bis zum Ende des Starts leer oder 0 sein. Nach dem Ende des Starts kommen die aktiven Alarme zurück; die Alarme eines Geräts, das zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelesen wurde, kommen zurück, sobald das Gerät gelesen wird.
Sperre
Der Vorgang Sperren aktiviert in der Definition der ausgewählten Alarme das Feld Ignoriert. Ist mindestens ein ausgewählter Alarm nicht gesperrt, werden alle ausgewählten Alarme gesperrt; bereits gesperrte Alarme bleiben gesperrt. Sind alle ausgewählten Alarme gesperrt, deaktiviert derselbe Vorgang das Feld bei allen. Die Sperre wird mit der Alarmdefinition gespeichert: Sie bleibt beim Neustart des Serverdienstes erhalten und gilt für alle Benutzer. Die Spalte Ignoriert in der Tabelle der Alarmdefinitionen zeigt den Sperrzustand; im Definitionsfenster wird das Feld nicht bearbeitet.
Die Sperre bringt den Alarm nur in der Oberfläche zum Schweigen:
- Ein gesperrter Alarm wird weiterhin in der Tabelle der aktiven Alarme aufgeführt, aber nicht farbig hervorgehoben.
- Er wird nicht in die Alarmanzahl in der oberen Leiste eingerechnet und löst keinen Alarmton aus.
Die Sperre beendet die Auswertung des Alarms nicht. Ein gesperrter Alarm entsteht und endet weiterhin, wird in den Alarmverlauf geschrieben, und seine definierten Benachrichtigungen werden gesendet. Die Sperre dient dazu, dass ein bekannter Zustand wie ein defekter Sensor die Bedienperson nicht ständig stört; sobald das Problem behoben ist, sollte die Sperre aufgehoben werden.
Ton
Der Alarmton wird im Browser des Benutzers abgespielt. Der Ton wird abgespielt, solange mindestens ein nicht gesperrter Alarm in einem der folgenden Zustände vorhanden ist:
- ein Alarm im Zustand Neu oder Rücksetzen ausstehend,
- ein Alarm, der von einem anderen Benutzer quittiert wurde.
Alarme, die der Benutzer selbst quittiert hat, lösen den Ton nicht aus. Der Ton wird mit zwei Einstellungen ausgeschaltet:
- Ton stumm schalten: die Schaltfläche im Fenster der aktiven Alarme. Die Auswahl gilt nur für diesen Browser und bleibt beim Neuladen der Seite erhalten.
- Alarmton aktiviert: die Einstellung in der Benutzerdefinition. Ist sie nicht aktiviert, hört der Benutzer in keinem Browser einen Alarmton.
TIP
Browser können das Abspielen von Ton verhindern, solange der Benutzer noch nicht mit der Seite interagiert hat. Klicken Sie auf einem Rechner, der als Überwachungsbildschirm dient, nach der Anmeldung einmal auf die Seite.
Alarmverlauf
Die Zeitpunkte, zu denen ein Alarm entsteht und endet, werden zusammen mit dem jeweiligen Tag-Wert in die Archivdatenbank geschrieben (siehe Archivierung). Der Verlauf wird auf dem Bildschirm Alarmverlauf abgefragt. Auch gesperrte Alarme werden in den Verlauf geschrieben.
Benachrichtigungen
E-Mail- oder SMS-Benachrichtigungen für einen Alarm werden mit einer eigenen Definition eingerichtet (siehe Benachrichtigungen). Die Benachrichtigungsregel prüft, ob der Alarm aktiv ist:
- Die eigene Verzögerungszeit [s] der Benachrichtigung ist die Wartezeit nach dem Entstehen des Alarms.
- Wiederholungsanzahl und Maximale Sendeanzahl begrenzen die Anzahl der Sendungen bei häufig wiederkehrenden Alarmen.
- Die Benachrichtigung geht an die Benutzer, die in der Benachrichtigungsdefinition ausgewählt sind. Quittierung, Sperre und Prozessgruppenumfang beeinflussen das Senden der Benachrichtigung nicht.
Den Status der gesendeten Benachrichtigungen verfolgen Sie auf dem Bildschirm Benachrichtigungsverlauf.
Wer Alarme sieht
Live-Alarme werden entsprechend dem Prozessgruppenumfang des Benutzers übermittelt. Alarme, deren Tag zu keiner Prozess- oder Tag-Gruppe gehört, gehören zur Prozessgruppe Genel und werden an die Benutzer übermittelt, die Genel sehen dürfen; ist Genel keine Rolle zugewiesen, sehen alle sie. Benutzer mit der Rolle Editor und SystemAdmin erhalten die Alarme aller Prozessgruppen einschließlich Genel. Einzelheiten: Prozessgruppen und Berechtigungen.