Skip to content

Touch-Panels ​

Ca. 10 Min. Lesezeit

An Touchscreen-HMI-Panels und Industrie-PCs bedient der Bediener mit dem Finger, oft mit Handschuhen; es gibt keinen Mauszeiger und keine Tooltips beim Überfahren. Auf diesen Bildschirmen vergrößert 2WinScada die Bedienelemente und kennzeichnet Bedienelemente, die für den angemeldeten Benutzer nicht wirken. Zur Einrichtung von Panel-PCs und zur Kiosk-Adresse siehe Panel-PC und Kiosk.

Touch-Modus ​

Der Touch-Modus ist keine Einstellung; er schaltet sich selbst ein, wenn:

  • Das Gerät einen Touch-Zeiger hat. Dazu gehören Industrie-PCs, die neben dem Touchscreen eine Maus melden.
  • Die Seite mit der Kiosk-Adresse (?kiosk=1) geöffnet ist. Ein Kiosk-Bildschirm läuft im Touch-Modus, auch wenn am Panel eine Maus angeschlossen ist.

Im Touch-Modus wachsen die Quittier- und Blätterschaltflächen der Alarmtabelle sowie die Schaltflächen und Felder der manuellen Eingabetabelle auf mindestens 44 Pixel. Auf Bildschirmen mit Maus bleiben diese Tabellen kompakt. Seiteninhalt und gespeicherte Einstellungen ändern sich nicht.

Größenregeln ​

Verwenden Sie beim Entwurf einer Seite für einen Touchscreen diese Mindestwerte:

BedienelementMindestens
Jedes Touch-Bedienelement (Schalter, Wahlschalter, Werteingabe, Auswahlliste)44 Pixel hoch
Befehls- und Navigationsschaltflächen (Schaltfläche, Drucktaster)48 Pixel hoch
Zwischen zwei nebeneinanderliegenden Bedienelementen12 Pixel

Wo mit Handschuhen gearbeitet wird, sind für Hauptbefehle 64 Pixel und 16 Pixel Abstand besser. Die physische Größe hängt von Auflösung und Skalierung des Panels ab; auf einem 15,6-Zoll-Panel mit 1920×1080 sind 48 Pixel zum Beispiel etwa 8,6 mm. Testen Sie einen neuen Entwurf am echten Panel.

Die fertigen Blöcke halten diese Regeln ein: Bedienfeld und die Navigationsblöcke kommen mit 48 Pixel hohen Schaltflächen, einem 44 Pixel hohen Schalter und mindestens 12 Pixel Abstand; die Blöcke für manuelle Bedienung (Motor Start/Stopp, Tippen, Pumpe, Ventil) verwenden größere Drucktaster. Siehe Vorlagen und Blöcke. Seiten, die vor 2.11.0 aus Blöcken erstellt wurden, ändern sich nicht; vergrößern Sie die Schaltflächen bei Bedarf im Editor.

Verkleinern Sie den Abstand nicht, wenn Sie gegensätzliche Befehle wie Start und Stopp nebeneinander setzen; Fehlbedienungen passieren am häufigsten bei angrenzenden Schaltflächen.

Gesperrte Bedienelemente ​

Zur Laufzeit wird ein Bedienelement, das für den angemeldeten Benutzer nicht wirken kann, abgeblendet und zeigt oben rechts ein kleines Schloss. Touchscreens haben keinen Sperr-Mauszeiger; so sieht der Bediener schon vor dem Tippen, dass das Bedienelement nicht verfügbar ist. Die Sperranzeige gibt es bei den Widgets Schaltfläche, Umschaltfläche, Schalter, Werteingabe, Drucktaster, Dreistufen-Wahlschalter, Drehschalter und Potentiometer.

Ein Bedienelement wird gesperrt angezeigt, wenn:

  • Schreibgeschützt an einen Tag gebunden ist, dessen Wert wahr ist. Eine Verriegelungs- (Freigabe-)Bedingung wird mit dieser Bindung aufgebaut; die Sperre verschwindet von selbst, wenn die Bedingung entfällt.
  • Der Benutzer die Rolle im Feld Autorisierung des Widgets nicht hat.

Ein Bedienelement wird nicht gesperrt angezeigt, wenn:

  • Schreibgeschützt fest eingeschaltet ist. Ein solches Bedienelement dient als Anzeige (z. B. ein Schalter, der einen Zustand zeigt) und sieht normal aus; die Berechtigung des Benutzers ändert daran nichts.

  • Ein Potentiometer, dessen Sollwert an keinen Tag gebunden ist, zeigt nur einen Wert an und sieht normal aus.

  • Schaltflächen, die nur einen Link öffnen (Navigationsschaltflächen), und Schaltflächen, die schreiben und einen Link öffnen: Das Tippen öffnet den Link trotzdem.

  • Umschaltflächen mit lokalem Zustand (ohne Tag).

  • Bedienelemente mit Ereigniscode, solange sie nicht schreibgeschützt sind: Ereigniscode läuft auch für Benutzer ohne Schreibrecht.

Die Sperranzeige gibt es nur zur Laufzeit; im Seiteneditor sehen Bedienelemente wie gewohnt aus. Ohne Schreibrecht ist die Werteingabe schreibgeschützt, und ihre Plus-/Minus-Schaltflächen ändern den angezeigten Wert nicht. Tippt ein solcher Benutzer dennoch auf eine Schaltfläche, erscheint die Meldung „keine Schreibberechtigung“; ist ein Sperrgrund eingetragen, erscheint stattdessen der Sperrgrund.

Sperrgrund ​

Die acht Widgets mit Sperranzeige haben in ihrer Gruppe Verhalten das optionale Feld Sperrgrund. Tragen Sie einen kurzen Text ein, der dem Bediener sagt, warum das Bedienelement nicht verwendet werden kann, z. B. „Verriegelung: Tür offen“. Das Feld kann im Abschnitt Bindungen (Regeln) auch an einen Text-Tag gebunden werden.

  • Ist das Bedienelement gesperrt und tippt oder klickt der Bediener darauf oder drückt Enter oder die Leertaste, erscheint der Sperrgrund als kurze Meldung. Auf demselben Bedienelement erscheint die Meldung höchstens alle 2 Sekunden.
  • Der Sperrgrund erscheint auch als Tooltip des Bedienelements.
  • Für einen Benutzer ohne Schreibrecht ersetzt der Sperrgrund die Meldung „keine Schreibberechtigung“; der Bediener erhält keine zwei Meldungen.
  • Steht im Feld ein Sprachschlüssel, wird der Text in die Oberflächensprache übersetzt.

Solange das Bedienelement nicht gesperrt ist, wird der Sperrgrund nicht angezeigt. Ein leeres Feld lässt das Verhalten unverändert.

Sicherheit

Die Sperranzeige ist ein Bedienhinweis. Das Schreibrecht prüft immer der Server; keine Schaltfläche auf einem Bildschirm ersetzt die Maschinensicherheit.

Bestätigung ​

Ein Bedienelement mit Bestätigung erforderlich öffnet vor dem Schreiben einen Bestätigungsdialog. Der Dialog ist bei jedem Schreiben mit dieser Option gleich:

  • Titel und Bestätigungsschaltfläche tragen den Namen der Aktion. Bei Schaltfläche, Umschaltfläche und Drucktaster ist das die Beschriftung; beim Schalter der Titel und die Beschriftung des Zielzustands (z. B. „Pumpe 1 – EIN“). Die Meldung lautet „„Pumpe 1 – EIN“ wird ausgeführt. Fortfahren?“.
  • Bedienelemente ohne Beschriftung verwenden die allgemeinen Texte: Titel Bestätigung, Frage Sind Sie sicher, dass Sie fortfahren möchten? und Schaltfläche Ja.
  • Die zweite Schaltfläche ist Abbrechen. Beim Öffnen des Dialogs hat Abbrechen den Fokus; Enter bricht die Aktion ab. Auch Escape und ein Seitenwechsel brechen ab.
  • Im Touch-Modus sind die Schaltflächen des Dialogs 48 Pixel hoch und haben Abstand zueinander; auf Bildschirmen mit Maus behalten sie ihre normale Größe.

Verhaltensänderung in 2.11.0

Vor 2.11.0 hießen die Schaltflächen des Dialogs Ja und Nein, und Enter bestätigte. Jetzt bricht Enter ab; zum Bestätigen tippen oder klicken Sie auf die Schaltfläche mit dem Namen der Aktion.

Beim Drucktaster wird nur im Modus Rastend gefragt, nicht in den Modi Tastend und Impuls. Verwenden Sie in diesen Modi ausreichend Größe und Abstand gegen Fehlbedienung oder schalten Sie im Modus Impuls Zweistufig ausführen ein.

Zweistufig ausführen ​

Eine Schaltfläche mit Zweistufig ausführen wirkt beim ersten Drücken nicht, sie wird nur bereit gemacht. Erst ein zweites Drücken kurz danach führt die Aktion aus; so kann eine einzelne Fehlbedienung keinen kritischen Befehl schreiben. Die Option steht in der Gruppe Verhalten und wirkt bei diesen Widgets:

  • Schaltfläche: bei Schaltflächen, die auf einen Wert-Tag schreiben. Bei reinen Link-Schaltflächen und Schaltflächen ohne gebundenen Wert-Tag wird sie nicht verwendet.
  • Drucktaster: in den Modi Impuls und Rastend. Im Modus Tastend wird sie nicht verwendet; ist die Option in diesem Modus eingeschaltet, zeigen die Einstellungen einen Hinweis.

Ablauf:

  1. Das erste Drücken macht die Schaltfläche bereit: Ihr Rahmen pulsiert, und statt der Beschriftung steht „Zum Ausführen erneut drücken“ (beim Drucktaster auf dem Schild „Erneut drücken“).
  2. Ein zweites Drücken innerhalb von Zeitfenster zweiter Druck (s) (1–10 Sekunden, Standard 3) führt die Aktion aus: Der Wert wird geschrieben, Klick-Code und Link der Schaltfläche laufen. Ist auch Bestätigung erforderlich aktiv, öffnet sich der Bestätigungsdialog nach dem zweiten Drücken.

Ein Drücken innerhalb von 350 ms nach dem Bereitmachen wird übergangen, die Schaltfläche bleibt bereit; ein Doppeltippen oder Doppelklick kann die Aktion also nicht in einer Bewegung ausführen. Läuft das Zeitfenster ab, wird woanders gedrückt, die Seite gewechselt, verliert das Fenster den Fokus oder wird die Seite verborgen, endet die Bereitschaft ohne Schreiben.

Der Ereigniscode für Drücken und Loslassen (onMouseDown, onMouseUp) hängt nicht von dieser Option ab und läuft auch beim ersten Drücken.

Schaltflächen-Badge ​

Das Feld Badge in der Gruppe Beschriftungen / Symbole der Schaltfläche zeigt oben rechts auf der Schaltfläche eine kleine Zahl. Das Feld wird meist an einen Tag gebunden; z. B. bei der Schaltfläche, die die Alarmseite öffnet, im Abschnitt Bindungen (Regeln) mit einer Direct-Bindung an den System-Tag @NOP::__activeAlarmCount.

  • Ein leerer Wert oder 0 blendet das Badge aus; Zahlen über 99 erscheinen als „99+“. Text, der keine Zahl ist, zeigt höchstens 4 Zeichen.
  • Das Badge verwendet die Fehlerfarbe des Themes mit weißer Schrift und ist im hellen und im dunklen Theme lesbar. Für eine andere Farbe tragen Sie im Feld Badge-Klasse der Gruppe Darstellung eine Klasse ein (z. B. bg-orange-500).
  • Neben dem Schloss rückt das Badge etwas nach links, damit beide sichtbar bleiben.

Schaltflächen mit leerem Badge-Feld sehen aus wie bisher.

Neuester Alarm ​

Fünf System-Tags zeigen den neuesten Alarm auf einem Panel-Bildschirm: __latestAlarmId, __latestAlarmText, __latestAlarmType, __latestAlarmTime und __latestAlarmAcknowledged. Ihre Werte und Bindungstypen stehen unter Tag-Auswahl. Wie die übrigen System-Tags werden sie mit @NOP:: gebunden.

Der „neueste Alarm“ ist die erste Zeile der Alarmtabelle mit ihrem Standardfilter Aktiv: von den nicht gesperrten Alarmen, die der Benutzer sehen darf, der mit der jüngsten Änderung. Das Quittieren ändert die Zeit des Alarms nicht; der quittierte Alarm bleibt angezeigt, und __latestAlarmAcknowledged wird 1. Ohne aktiven Alarm sind Kennung, Text und Zeit leer, Typ und Quittierzustand -1.

Ausdrücke in Bindungen werden mit mathjs berechnet; schreiben Sie and, nicht &&. Um z. B. eine Quittiertaste nur anzuzeigen, solange der neueste Alarm auf Quittierung wartet, binden Sie die Sichtbarkeit der Schaltfläche mit einer Boolean-Bindung an diesen Ausdruck:

'@NOP::__latestAlarmId' > 0 and '@NOP::__latestAlarmAcknowledged' == 0

Im Ereigniscode der Schaltfläche quittiert this.srt.ackSingleAlarm(this.srt.tagValue("@NOP::__latestAlarmId")) nur diesen Alarm; dafür ist eine Alarmrolle nötig (siehe Ereigniscode). Ohne Ereigniscode leistet der Baustein Alarmbanner dasselbe.

Fertiges Alarmbanner und Bedienerpanel ​

Der Baustein Alarmbanner (im Bereich Bausteine) zeigt den neuesten aktiven Alarm in einer einzeiligen Alarmtabelle mit Zeit, Meldung und Zustand. Die Quittiertaste in der Zeile quittiert nur den angezeigten Alarm und ist nur für Benutzer sichtbar, die Alarme quittieren dürfen. Daneben stehen ein Schweregrad-Badge (Alarm oder Fehler, Warnung, kein Alarm) und die Anzahl aktiver und unquittierter Alarme. Das Banner umfasst alle Alarme, die der Benutzer sehen darf; das Quittieren aller Alarme bleibt auf der Alarmseite. Der Baustein enthält keinen Ereigniscode; jeder Designer kann eine Seite mit diesem Baustein speichern.

Die Einstiegsvorlage Bedienerpanel (Touch) (Kategorie Einstieg) ist eine Bedienerseite für Panel-PCs und Desktop-Browser:

  • oben ein Band mit dem Anlagennamen und darunter das Alarmbanner,
  • in der Mitte Inhaltskarten, die sich der Bildschirmbreite anpassen: Anlagenstatus, Motor Start/Stopp, Drehzahl-Sollwert, Sicherheit und Verriegelungen,
  • unten große Navigationsschaltflächen: Startseite, Alarme mit einem Badge für die Anzahl aktiver Alarme, Trends, Lauf/Stopp und eine Detailseite.

Binden Sie nach dem Einfügen die Tags der Karten und wählen Sie das Ziel der Detailseiten-Schaltfläche im Abschnitt Navigation (Ziel). Verbindungs- und Gerätestatus zeigt die App-Kopfzeile, im Kiosk-Modus die Leiste am unteren Bildschirmrand. Siehe Vorlagen und Blöcke.

Zustandsfarben ​

Zustands-Badges in den fertigen Bausteinen (z. B. In Betrieb, Gestoppt, Störung, Handbetrieb und die Verriegelungsbedingungen) verwenden Texttöne, die auch in kleiner Schrift gut lesbar sind. Die Farben neu eingefügter Bausteine (auch der Anzeige-, Tank-, Ziel- und Wertkarten-Bausteine und der Förderband-Bausteine) kommen aus dem Theme; die Bausteine sind im hellen und im dunklen Theme lesbar. Früher eingefügte Bausteine und daraus erstellte Seiten ändern sich nicht; fügen Sie den Baustein für die neuen Farben erneut ein.

Die Gruppe Themenfarben der Klassenliste im Editor hat dafür neue Klassen:

  • Gut lesbare Erfolgs-Textfarbe (kleiner Text) und die Entsprechungen für Warnung, Fehler/Alarm und Info: für kleinen Text auf Badges mit sanftem Hintergrund.
  • Für jeden der sechs Anlagenzustände (In Betrieb, Gestoppt, Störung, Handbetrieb, Verriegelt, Wartung) ein Hintergrund und eine Textfarbe, z. B. Sanfter Zustandshintergrund: In Betrieb und Zustands-Textfarbe: In Betrieb. Wählen Sie auf einem Badge Hintergrund und Text aus demselben Zustand.

Ereigniscode bei Touch-Bedienung ​

Der Ereigniscode für Drücken (onMouseDown) und Loslassen (onMouseUp) der Widgets Schaltfläche, Umschaltfläche, Schalter und Schaltflächengruppe läuft auch auf Touchscreens:

  • Der Drück-Code läuft, sobald der Finger aufsetzt. Der Loslass-Code läuft einmal, wenn der Finger abhebt, wenn das Drücken abgebrochen wird (z. B. wenn das Fenster den Fokus verliert oder die Seite verborgen wird) oder wenn die Seite wechselt. Code, der beim Drücken 1 und beim Loslassen 0 schreibt, funktioniert damit auch am Panel.
  • Der Loslass-Code läuft auch dann, wenn das Bedienelement während des Drückens schreibgeschützt wurde.
  • Nur der erste Finger zählt; ein gleichzeitiges Drücken mit einem zweiten Finger führt keinen Code aus. Für Befehle, die mit zwei Händen bedient werden, verwenden Sie den Drucktaster.

Die Bedienung mit Maus und Stift ist unverändert: Ein Stift arbeitet wie bisher mit Mausereignissen.

2WinScada 2.10